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AVALONPLUS — Strategy Report

Von Frank Gärtner

Stand: 2026-05-08  |  Startkapital: $10.000 / $100.000  | Instrument: MES Futures ($5/Punkt)  |  Kosten: immer ON

Inhalt
0.Für wen ist AVALONPLUS geeignet?1.Compounding-Vergleich (3 Kurven)2.Quelle der RenditeDie drei Signaltypen3.Performance — drei Zeitfenster4.Live-Trading vs. Backtest5.Drawdowns in der Praxis6.Pfadabhängigkeit — Einstiegszeitpunkt und realisierte Rendite7.Risiko-Quartett8.Benchmark-Vergleich9.Glossar10.Methodische Limitationen11.Nächste Schritte
Backtest 2000–heute auf einen Blick · MES Futures · $10K Startkapital · Kosten ON
31.5%
CAGR (Reinvest)
–17.2%
Max Drawdown (Reinvest)
0.42
Sharpe Ratio
74%
Win Rate (2000–heute)
62
Trades 2000–heute · 132 seit 1963
2–5
Trades/Jahr (ca.)
0 (Start: 03/2026)
Live-Trades

0. Für wen ist AVALONPLUS geeignet?

AVALONPLUS ist eine regelbasierte EOD-Strategie auf MES/ES-Futures mit underlying SP500 index (SPX). Alle Beispiele beziehen sich der Einfachheit halber auf den MES Future ($5 Punktwert). Das System generiert ca. 2–5 Trades pro Jahr. Im Backtest 2000–heute erzielte $10.000 mit Reinvest einen Netto-Gewinn von $12,492,594, ohne Reinvest $132,595. Mit $100K erzielte Reinvest einen Netto-Gewinn von $13,916,416, ohne Reinvest $1,457,876. Der Unterschied zwischen beiden Szenarien entsteht ausschließlich durch die wachsende Positionsgröße und das Normalisieren der Positionsgröße auf realistische Werte — nicht durch bessere Signale.

Geeignet wenn:
  • Risikokapital, das vollständig verloren gehen kann
  • Bereitschaft, Gewinne konsequent zu reinvestieren
  • Regelbasiertes Handeln auch während Drawdown-Phasen
  • Trendfolge-Ansatz mit Short-Komponente gesucht
Nicht geeignet wenn:
  • Kapital mit geplantem Verwendungszweck in 5–10 Jahren
  • Ausstieg bei Drawdown >20% wahrscheinlich
  • Regelmäßige Gewinnentnahme geplant
  • Tägliche Handelssignale erwartet

EOD-Strategie: Signalprüfung einmal täglich nach Marktschluss, ca. 2–5 Minuten Aufwand.

1. Compounding-Vergleich

Gleiche Trades, gleicher Zeitraum. Unterschied: Startkapital und Reinvest ja/nein.

Logarithmische Skala · 2000–heute · MES Futures · — $10K · -- $100K

SzenarioStartBasisPnL (Netto-Gewinn)Faktor~CAGR
Buy & Hold S&P 500$38,9864.9×~7,5% p.a.
AVALONPLUS kein Reinvest$10K$10K$132,59514.3×10.8% p.a.
AVALONPLUS Reinvest$10K$10K$12,492,5941250×31.5% p.a.
AVALONPLUS kein Reinvest$100K$100K$1,457,87615.6×11.1% p.a.
AVALONPLUS Reinvest$100K$100K$13,916,416140×20.9% p.a.

Warum ist der Unterschied zwischen Reinvest und kein Reinvest so groß?

Das System berechnet die Positionsgröße aus dem verfügbaren Kapital. Konkretes Beispiel:

L1-Signal, SPX ~1.400 (Jahr 2000) — Normalize Positions ON:
  Kaufpreis/Kontrakt: 1.500 × (11% + 7%) × $5 = $1.350
  $10K Kapital → floor($10.000 / $1.350) = 7 Kontrakte

L1-Signal, SPX ~5.000 (Jahr 2024):
  Kaufpreis/Kontrakt: 5.000 × 18% × $5 = $4.500
  Ohne Reinvest ($10K Basis, unverändertes Kapital):  floor($10.000 / $4.500) =   2 Kontrakte
  Mit Reinvest ($10K Start, Konto jetzt ~$500K):      floor($500.000 / $4.500) = 111 Kontrakte

Die Edge pro Trade (%) ist identisch.
Der Unterschied im absoluten Ertrag entsteht ausschließlich durch die Positionsgröße.

MES Futures · $5/Punkt · Kosten ON · Normalize Positions ON · Keine Steuer · $10.000 Startkapital

2. Quelle der Rendite

Die drei Signaltypen

L1 — Long Trendfolge · 88% der Trades
Trendfolge-Long bei SPX-Aufwärtstrend. Exit regelbasiert bei Trendende. Stop-Loss: –11%. In 63 Jahren Backtest (117 Trades) nicht ausgelöst.
117 Trades·Win Rate 71%·Expected value $1,474/Trade
S1 — Short Gegentrend · 6% der Trades
Profitiert in fallenden Märkten. Stop-Loss: –9%. In 8 Trades nicht ausgelöst.
8 Trades·Win Rate 100%·Expected value $4,160/Trade
L2 — Long Folgesignal · 6% der Trades
Long nach S1-Exit, wenn Volatilität zurückgeht. Engerer Stop (–1,5%), in ca. 14% der L2-Trades ausgelöst.
7 Trades·Win Rate 71%·Expected value $4,105/Trade
Signal-Timing
Signale nach Marktschluss, Entry am Folgetag bei Open. Eingaben: VIX-Proxy, SPX-Trend, Momentum. Vollständig regelbasiert.

Stop-Distance-basiertes Sizing — der Compounding-Anker

Die Position wird gegen die geplante Stop-Distanz budgetiert — bewusst über der historisch beobachteten MAE gewählt. Daraus folgt zweierlei: der Stop hält im Worst Case, und selbst wenn er fiele, ist der Verlust pro Trade als feste Obergrenze des Kontos definiert.

qty = floor( capital ÷ ( entry_price × (stop_distance% + margin%) × point_value ) )

Beispiel L1, $10K, SPX 5.000, Stop 11% + Margin 7% = 18%:
  qty = floor( 10.000 ÷ (5.000 × 18% × $5) ) = floor( 10.000 ÷ 4.500 ) = 2 Kontrakte

Empirie: historische Worst-Case-MAE für L1 ~8%, Stop bei 11% — in 63 Jahren kein einziger L1- oder S1-Stop ausgelöst. L2-Stop (–1,5%) ist enger, eingeplant 1× ausgelöst (2015). Der Effekt: pro Trade fix begrenzter Account-Drawdown, dadurch bleibt der Reinvest-Pfad auch über kleine Fehltrades hinweg stabil — die langen L1-Trades können ihre Kapitalpuffer aufbauen, ohne dass das Compounding durch eine zwischenzeitliche Verlust-Sequenz aus dem Tritt gerät.

Expected Value pro Signaltyp · 1963 bis heute · MES · $10K · kein Reinvestment

SignalTradesWin RateAvg WinAvg LossExpected value / Trade
L111771%$2,284$-505$1,474
S18100%$4,160$4,160
L2771%$6,376$-1,572$4,105
Total13273%$2,654$-564$1,776

EV pro Trade ist der durchschnittliche PnL nach Kosten ($/Trade). Die Werte skalieren mit Startkapital und Reinvest — Profitfaktor und Win Rate bleiben instrumentenübergreifend stabil. Caveat: S1 (8) und L2 (7) sind kleine Stichproben, die Konfidenzintervalle sind breit — siehe Section 7 (Risiko-Quartett).

3. Performance — drei Zeitfenster

ZeitraumKapitalReinvestCAGRMax DDSharpeSortinoWin Rate
Letzte 3 Jahre$10KJa59.4%32.4%1.041.8070.0%
Letzte 3 Jahre$100KJa69.0%32.8%1.051.9270.0%
Letzte 3 Jahre$10KNein41.6%11.0%0.964.2670.0%
Letzte 3 Jahre$100KNein46.5%19.9%0.932.9570.0%
2000–heute$10KJa31.1%17.2%0.423.5674.2%
2000–heute$100KJa20.7%14.7%0.394.0474.2%
2000–heute$10KNein10.6%16.0%0.293.4974.2%
2000–heute$100KNein11.0%19.9%0.303.4774.2%
1963–heute$10KJa12.6%27.6%0.390.6672.7%
1963–heute$100KJa8.8%27.4%0.310.3472.7%
1963–heute$10KNein5.2%17.0%0.110.1572.7%
1963–heute$100KNein5.3%19.9%0.110.1772.7%
Buy & Hold S&P 500~7,5%–56,8% (2009, Allzeit)~0,50~0,30n/a
Sharpe-Hinweis: Das System handelt nur ~2–5 Mal pro Jahr. In Monaten ohne Trades ist der Return 0%. Das drückt die Sharpe-Ratio — der Sortino (der nur Verlustvolatilität bestraft) ist aussagekräftiger. Sortino >2 gilt als sehr gut.

Sortino $10K vs. $100K (ohne Reinvestment): Der höhere Sortino bei $10K kein Reinvestment (~4,3 vs. ~3,0 bei $100K) ist kein Fehler — er entsteht durch den Position-Cap-Effekt: Bei $10K sind die MES-Kontrakte (Mindestgröße ~$50) ein größerer Anteil des Kapitals als bei $100K. Die Renditestreuung ist damit relativ zur Kapitalbasis höher, was die Verlustvolatilität (Downside-Dev.) überproportional senkt und Sortino erhöht.
Max DD kurzer Zeiträume: Der Max-DD-% für kurze Zeitfenster kann den 26-Jahres-Wert übersteigen — das ist rechnerisch korrekt und kein Widerspruch. Grund: Der DD-% wird am peakCumProfit des jeweiligen Zeitfensters gemessen. Beispiel: Ein $3.000-Rückgang nach $9.200 Gewinn im 3-Jahres-Fenster = 32% DD (Basis: $9.200 Gewinn-Peak). Derselbe $3.000-Rückgang gegen einen 26-Jahres-Peak von $12,5 Mio. wäre <0,03% — hier maßgeblich ist der historische Gewinn-Peak. Details zum Max-DD 2000–heute finden sich in Sektion 5.

MES Futures · Keine Steuer · Sharpe/Sortino annualisiert · Rf = 4% p.a.

4. Live-Trading vs. Backtest

ParameterStatus
Live-Trade-StartMärz 2026
Live-Trades bisher0
Out-of-Sample-Performancenoch nicht verfügbar
Backtest-Zeitraum1963–2026 · 63 Jahre · 132 Trades
Backtest CAGR (Reinvest, 2000–heute)$10K: 31.5% p.a. · $100K: 20.9% p.a.
Backtest Max Drawdown (Reinvest, 2000–heute)$10K: 17.2% · $100K: 14.7%

AVALONPLUS wurde bis dato ausschließlich im Backtest evaluiert. Frank Gärtner startete den Live-Betrieb im März 2026. Sobald 12+ Live-Trades vorliegen, wird hier eine Vergleichstabelle Backtest vs. Live eingefügt. Diese ist der eigentliche Robustheits-Test der Strategie.

Was Backtest-Resultate nicht abbilden: Slippage in echten Crash-Phasen kann 5–20 Ticks betragen statt der angenommenen 2 Ticks. Gap-Opens an volatilen Tagen können die Entry-Qualität verschlechtern. Psychologische Faktoren (Drawdown aushalten, Signale konsequent umsetzen) sind nur in Live-Trades messbar.

5. Drawdowns in der Praxis

Underwater-Curve — Reinvestment/kein Reinvestment $10K · Reinvestment/kein Reinvestment $100K · Buy&Hold S&P 500 · 2000–heute

Max Drawdown — $10.000 Startkapital

Reinvest · 2000–heute
17.2%
Kein Reinvest · 2000–heute
16.0%
Reinvest · 1963–heute
27.6%

Reinvest-Basis: Peak des kumulierten Gewinns (= peakEquity − Startkapital). Ein Drawdown von z.B. 17% bedeutet: 17% des bis dahin erarbeiteten Gewinns wurden vom Peak zurückgegeben — nicht 17% des Startkapitals.

Max Drawdown — $100.000 Startkapital

Reinvest · 2000–heute
14.7%
Kein Reinvest · 2000–heute
19.9%
Reinvest · 1963–heute
27.4%

Max Drawdown — Buy & Hold S&P 500 (Referenz)

2000–heute
50.8%

Gemessen an Trade-Exit-Daten (nicht kontinuierlich) — der historische Allzeit-Max-DD des S&P 500 liegt bei –56,8% (März 2009).

Top-5 DD-Perioden — Reinvest $10K · 2000–heute

StartTiefpunktMax DD
2010-05-252010-05-25-17.2%
2000-09-202000-09-20-14.3%
2011-03-152011-06-24-11.6%
2015-09-242015-09-24-6.2%
2012-04-172012-05-30-6.0%

Top-5 DD-Perioden — Kein Reinvest $10K · 2000–heute

StartTiefpunktMax DD
2010-05-252010-05-25-16.0%
2015-09-242015-09-24-15.4%
2022-02-072023-09-07-11.9%
2025-03-212025-03-21-11.0%
2011-03-152011-06-24-10.6%

Top-5 DD-Perioden — Buy & Hold S&P 500 · 2000–heute

StartTiefpunktMax DD
2008-10-102008-10-10-40.5%
2000-09-202003-08-26-32.8%
2020-04-032020-04-03-24.9%
2025-03-212025-04-22-13.0%
2022-02-072023-03-08-12.6%

Weitere Kennzahlen · MES · 2000–heute

L1-Stop ausgelöst
0/117
S1-Stop ausgelöst
0/8
L2-Stop ausgelöst
1/7

Ein L1-Stop (–11%) wurde in 63 Jahren (117 Trades) nicht ausgelöst. Erstmaliges Auslösen würde ca. –61% des Trade-Kapitaleinsatzes kosten, nicht des Gesamtkontos. Der L2-Stop (–1,5%) wurde 1× ausgelöst (2015). Bei SPX/SPX-CFD ist der Stop-Preis leicht abweichend — dort wurden 2 L2-Stops registriert.

6. Pfadabhängigkeit — Einstiegszeitpunkt und realisierte Rendite

Reinvest · X-Achse: Jahre seit Einstieg · MES Futures · — $10K · -- $100K

VariantePnL $10KFakt.CAGR $10KPnL $100KFakt.CAGR $100K
2000 (Dot-Com-Crash)  (26 Jahre)
Reinvest$12,492,5941250×31.5%$13,916,416140×20.9%
Kein Reinvest$132,59514×10.8%$1,457,87616×11.1%
Buy&Hold$38,9866.3%$389,8586.3%
2010 (nach Finanzkrise)  (16 Jahre)
Reinvest$822,13683×32.4%$1,352,43015×18.5%
Kein Reinvest$96,06811×16.2%$1,075,54412×16.9%
Buy&Hold$52,75612.4%$527,55912.4%
2016 (Bullenmarkt)  (10 Jahre)
Reinvest$97,29411×27.6%$423,17818.5%
Kein Reinvest$71,35524.0%$807,76025.4%
Buy&Hold$23,63413.3%$236,33813.3%

Das erzielbare Ergebnis hängt erheblich vom Einstiegszeitpunkt ab. Ein Einstieg vor dem Dot-Com-Crash (2000) liefert über 26 Jahre einen CAGR von ~31% ($10K) bzw. ~21% ($100K), weil das System früh durch Crash-Phasen navigiert hat und die frühen SPX-Kursniveaus proportional mehr Kontrakte ermöglichen. Ein Einstieg 2016 mitten in den Bullenmarkt zeigt ~28% ($10K) / ~19% ($100K) CAGR — Einstiegszeitpunkt und Laufzeitlänge beeinflussen das Ergebnis erheblich. Die 26-Jahres-Periode ab 2000 ist die konservativste und methodisch sauberste Referenz, weil sie alle relevanten Marktregimes enthält (Dot-Com, Finanzkrise, Bullenmarkt, COVID).

MES Futures · Reinvest · Kosten ON · Keine Steuer · Alle Trades ab jeweiligem Startdatum

7. Risiko-Quartett

L1-Stop ungetestet
0 von 117 L1-Trades in 63 Jahren per Stop beendet. Erstmaliges Auslösen: ca. –61% des eingesetzten Trade-Betrags (nicht des Gesamtkontos). Das Szenario ist parametrisiert, aber empirisch ungetestet.
S1/L2: geringe Stichprobengröße
S1: 8 Trades, L2: 7 Trades. Konfidenzintervalle für Win Rate und Expected Value sind breit. L2-Stop wurde 1× ausgelöst (2015, –1,5%) — im System als engerer Schutzstop eingeplant. Statistische Signifikanz reicht nicht für belastbare Prognosen.
Slippage-Annahme
Backtest: 2 Ticks Slippage. In Stresssituationen (Flash-Crash, Gap-Open) können 5–20 Ticks auftreten. MES ist liquide genug für moderate Abweichungen, aber nicht unbegrenzt tolerant.
Compounding-Pfadabhängigkeit
Die Reinvest-Endwerte hängen stark von der historischen Trade-Reihenfolge ab. Ein früher großer Drawdown hätte das 26-Jahres-Ergebnis erheblich reduziert, auch bei unveränderter Edge.

Kurzübersicht der vier offenen Punkte — vertiefte Analyse in Sektion 10.

8. Benchmark-Vergleich

MetrikS&P 500 Buy & HoldSG Trend Index (CTA)AVALONPLUS Reinvest
CAGR (2000–heute)~7,5%~5,1%31.5%
Max Drawdown–56,8% (2009, Allzeit)~–21%–17.2%
Sharpe Ratio~0,5~0,40.42
Sortino Ratio~0,3~0,53.56
Calmar Ratio (10J)~1,0~0,241.83
Sharpe-Interpretation: AVALONPLUS und S&P 500 haben ähnliche Sharpe-Werte (~0,4–0,5), weil die Strategie nur 2–5 Trades/Jahr macht und viele 0%-Return-Monate hat, die die Standardabweichung hochziehen.
Der Sortino (bestraft nur Verlustvolatilität) ist mit >3 weit über dem Markt — die Downside ist strukturell begrenzt durch das Sizing-System.

Calmar-Hinweis: 1.83 bezieht sich auf 2000–heute (26 Jahre, Simulation $10K, Reinvest). Für faire Vergleiche mit Benchmarks wie dem SG Trend Index wird der 26-Jahres-Wert verwendet.

SG Trend Index: Approximation auf Basis öffentlich verfügbarer Daten. AVALONPLUS: MES · Reinvest · $10.000 Startkapital · Kosten ON · Keine Steuer.

9. Glossar

Alphabetisch sortiert — jeder Begriff mit Definition und AVALONPLUS-spezifischem Beispiel.

Bear Market / Bull Market
Bear Market: Kursrückgang >20% vom letzten Hoch. Bull Market: Aufwärtstrend >20% vom letzten Tief.
Beispiel: AVALONPLUS verdient sowohl in Bull Markets (L1 Long) als auch in Bear Markets (S1 Short). S1 war in beiden großen Bear Markets aktiv: Dot-Com 2000–2002 und Financial Crisis 2007–2009.
CAGR (Compound Annual Growth Rate)
Die geometrisch gemittelte jährliche Rendite, die ein Investment erzielen müsste, um vom Anfangs- zum Endkapital zu wachsen.
Beispiel: $10.000 wachsen über 26 Jahre auf $12.5 Mio. Das entspricht einer CAGR von ~31% — als wäre der Wert jedes Jahr um diesen Prozentsatz gestiegen, auch wenn die tatsächlichen Jahresrenditen schwankten.
Calmar Ratio
CAGR geteilt durch Max Drawdown. Misst Rendite pro Einheit Drawdown-Risiko.
Beispiel: AVALONPLUS 2000–heute (Reinvest, $10K): CAGR ~31% / DD ~17,2% ≈ Calmar 1,8. S&P 500: CAGR ~7,5% / DD ~56,8% ≈ Calmar 0,13. Je höher, desto effizienter.
Drawdown
Der maximale Rückgang vom letzten Höchststand bis zum Tiefpunkt vor neuem Hoch.
Beispiel: Konto steht bei $20K, fällt auf $16K, steigt wieder auf $25K. Drawdown = ($20K – $16K) / $20K = 20%. Bei AVALONPLUS: Max DD ~17,2% (Reinvest) oder ~19,9% (kein Reinvest) über 26 Jahre (2000–heute, $10K).
EOD (End of Day)
End-of-Day-Handel: Signale werden einmal täglich nach Marktschluss geprüft, der Trade wird am Folgetag bei Marktöffnung ausgeführt.
Beispiel: Sonntag-Abend prüfst du das System. Falls ein L1-Signal generiert wurde, wird am Montag bei Open die Order aufgegeben. Bei AVALONPLUS: ca. 2–5 Minuten Aufwand pro Tag — kein Intraday-Monitoring nötig.
Expected Value (EV)
Durchschnittliches Trade-Ergebnis nach Kosten. Mathematisch: winRate × Avg Win + lossRate × Avg Loss. Aussage: was bringt jeder Trade im Mittel — unabhängig vom einzelnen Ausgang. Positiv = die Strategie hat eine Edge.
Beispiel: AVALONPLUS: ~$1.776 EV/Trade über 132 Trades ($10K kein Reinvestment, MES). Mit ~73% Win Rate, Ø Gewinn ~$2.654, Ø Verlust ~–$564. EV ist die zentrale Pro-Trader-Kennzahl: positiver EV × ausreichende Trade-Anzahl × Risikomanagement = nachhaltige Rendite.
Hebel (Leverage)
Verhältnis zwischen Nominalwert der gehandelten Position und dem eigenen eingesetzten Kapital.
Beispiel: $10K Kapital, 2 MES bei SPX 5.000 = $50K Nominalwert → Hebel 5×. Bei einer 1%-Bewegung des SPX bewegt sich dein Konto um 5%. AVALONPLUS: L1 ~5,6×, S1 ~6,3×, L2 ~10×.
Kelly-Kriterium
Mathematisch optimale Bet-Größe, die das geometrische Kapitalwachstum maximiert. Full Kelly produziert typischerweise ~50% Max DD.
Beispiel: AVALONPLUS nutzt kein direktes Kelly, sondern ein setup-spezifisches MAE-basiertes Sizing. Ergebnis: Max DD ~20% statt ~50% bei Full Kelly — mit wettbewerbsfähigem CAGR.
MAE (Maximum Adverse Excursion)
Wie weit ein Trade während seiner Laufzeit gegen die Position lief, auch wenn er am Ende profitabel war.
Beispiel: Long bei SPX 5.000, fällt auf 4.800, steigt auf 5.300. MAE = –4%. Profit am Ende: +6%. AVALONPLUS: historisch schlechteste MAE 8% — deutlich unter dem L1-Stop bei 11%.
Margin Call
Der Broker fordert mehr Kapital, weil die offene Position einen festgelegten Verlust-Schwellwert überschritten hat.
Beispiel: Bei AVALONPLUS: Das MAE-basierte Sizing hält die Positionen so klein, dass ein Margin Call selbst bei historisch schlechtester MAE (8%) nicht ausgelöst wird — solange das Konto nicht durch konsekutive Verluste stark schrumpft.
Margin-Anforderungen (Initial & Maintenance Margin)
Jeder Futures-Broker verlangt zwei Kapitalbeträge pro Kontrakt: die Initial Margin (Einschuss beim Eröffnen der Position) und die Maintenance Margin (Mindestbetrag, der während der Laufzeit gehalten werden muss). Fällt das Konto unter die Maintenance Margin, erfolgt ein Margin Call. Für den MES Future liegt die CME-Minimum-Margin bei ca. $1.200–$1.500 pro Kontrakt (variiert je nach Volatilität). Broker können höhere Werte verlangen.
Beispiel: L1-Signal, SPX 5.000: Initial Margin $1.400/Kontrakt. Mit $10K Kapital wären rechnerisch 7 Kontrakte möglich — AVALONPLUS begrenzt auf 2 (MAE-Sizing). Selbst nach einem 8%-MAE-Trade bleibt das Konto weit über der Maintenance Margin. Das Sizing ist so konzipiert, dass Margin Calls unter normalen Marktbedingungen nicht auftreten.
MES (Micro E-mini S&P 500)
Kleinster Futures-Kontrakt auf den S&P 500. Multiplikator: $5 pro Indexpunkt.
Beispiel: SPX bei 5.000. Ein MES-Kontrakt = 5.000 × $5 = $25.000 Nominalwert. Mit $10K Kapital handelst du bei L1-Signal ca. 2 Kontrakte ($50K Nominalwert, Hebel ~5×).
Monte Carlo Simulation
Die historischen Trades werden 1.000× in zufälliger Reihenfolge simuliert, um zu messen, wie stark das Ergebnis von der Trade-Reihenfolge abhängt.
Beispiel: Tatsächlicher Max DD: ~20%. Monte Carlo zeigt: in 5% der Simulationen wäre der DD >43%. Das heißt: die historische Reihenfolge war eher günstig — kein Glücksfall, aber auch kein Worst Case.
Out-of-Sample
Backtest-Daten, die NICHT für die Strategie-Entwicklung verwendet wurden. Das eigentliche Robustheitskriterium.
Beispiel: 1963–1999: Out-of-Sample (Strategie-Parameter wurden nicht an diese Daten angepasst). Die Strategie liefert dort schwächere, aber positive Resultate — kein Overfitting-Signal.
Out-of-Sample-Länge
Die Anzahl Trades oder die Zeitdauer, in der das System mit Daten getestet wurde, die nicht für die Strategie-Entwicklung verwendet wurden.
Beispiel: AVALONPLUS: Live-Betrieb ab April 2026. Faustregel für statistische Aussagekraft: 20–30 Live-Trades. Bis diese Schwelle erreicht ist, sind Backtest-Resultate die einzige Referenz — sie sind hypothetisch, aber über 63 Jahre und 132 Trades.
Position Sizing
Die Methode, wie viele Kontrakte pro Trade gehandelt werden.
Beispiel: AVALONPLUS: qty = floor(Kapital / (EP × (DD% + Margin%) / 100 × 5)). Bei $10K, EP=5.000, L1 (11%+7%=18%): qty = floor(10.000 / 4.500) = 2 Kontrakte.
Position-Cap (Normalize Positions)
Eine Obergrenze für die maximale Kontraktanzahl pro Trade — unabhängig davon, wie viel Kapital verfügbar wäre. Simuliert realistische Liquiditätsgrenzen.
Beispiel: AVALONPLUS: Cap bei 500 MES-Kontrakten. Bei $2,5M Konto würden rechnerisch ca. 556 Kontrakte passen — der Cap begrenzt auf 500. Bei $10K Startkapital ist der Cap praktisch nie relevant (max. 7 Kontrakte früh).
Profit Factor (PF)
Summe aller Gewinne geteilt durch Summe aller Verluste. Faustregel: PF >2 = gut, >3 = exzellent.
Beispiel: AVALONPLUS: PF ~12–17 (je nach Preset) über 62–132 Trades. Die Höhe ist plausibel: das System ist sehr selektiv (~2–5 Trades/Jahr) und Verluste sind selten.
Reinvest / Compounding
Gewinne werden nicht entnommen, sondern erhöhen das verfügbare Kapital für die nächsten Trades. Das führt zu exponentiellem statt linearem Wachstum.
Beispiel: $10K verdoppeln sich auf $20K → $40K → $80K — jede Verdopplung ist absolut größer. Bei AVALONPLUS: Faktor ~1.250× (Reinvest) vs. ~14× (kein Reinvest) über 26 Jahre.
Sharpe Ratio
Risiko-adjustierte Rendite. Misst, wie viel Rendite pro Einheit Volatilität erzielt wird. Faustregel: >1,0 = gut, >2,0 = sehr gut.
Beispiel: AVALONPLUS Sharpe ~0,42 — ähnlich dem S&P 500 (~0,5). Täuscht: das System macht nur 2–5 Trades/Jahr. Monate ohne Trade zählen als 0% Return und erhöhen die Standardabweichung künstlich.
Slippage
Differenz zwischen erwartetem und tatsächlich ausgeführtem Preis. In liquiden Märkten typisch 1–2 Ticks, in Stressphasen 5–20 Ticks.
Beispiel: AVALONPLUS Backtest-Annahme: 2 Ticks ($10 pro MES-Kontrakt). Bei 2 Kontrakten pro Trade: $40 Slippage. Selbst bei 10 Ticks in Crashs bleibt MES gut profitabel — die Einzelgewinne sind typischerweise vierstellig.
Sortino Ratio
Wie Sharpe, aber nur die Verlustvolatilität (negative Returns) zählt im Nenner. Bestraft Strategien nicht dafür, dass sie stark steigen.
Beispiel: AVALONPLUS Sortino >3 — weit über dem Markt. Die Downside ist strukturell begrenzt: L1/S1-Stops wurden nie ausgelöst, L2-Stops selten. Deshalb ist Sortino die relevantere Kennzahl.
Sortino vs. Sharpe
Beide messen risiko-adjustierte Rendite, aber Sortino bestraft nur Downside-Volatilität.
Beispiel: AVALONPLUS: Sharpe ~0,42 (wie S&P 500), Sortino >3 (weit über S&P 500 ~0,3). Die Diskrepanz zeigt: die Strategie hat viele 0%-Monate (drückt Sharpe), aber kaum echte Verlustschwankungen (hebt Sortino).
Stop-Loss
Ein voreingestellter Preis, bei dem die Position automatisch geschlossen wird.
Beispiel: Long-Position bei SPX 5.000, Stop bei 4.450 (–11%). Bei AVALONPLUS: L1-Stop bei –11% (63 Jahre, nie ausgelöst), L2-Stop bei –1,5% (in ~14% der L2-Trades ausgelöst — eingeplant).
Volatilität (VIX-Proxy)
Der VIX misst die implizite Volatilität von S&P-500-Optionen — ein Angst-Barometer des Markts.
Beispiel: AVALONPLUS nutzt einen VIX-Proxy für L1-Verzögerungen (L1V): Bei VIX >21 wartet das System auf den Entry, bis die Volatilität zurückgeht. Das verbessert die Entry-Qualität in volatilen Märkten.
Win Rate
Prozentsatz der profitablen Trades.
Beispiel: AVALONPLUS: ~73% Win Rate über 132 Trades. Wichtig: allein nicht aussagekräftig. Entscheidend ist das Verhältnis Ø-Gewinn zu Ø-Verlust. Ein System mit 40% Win Rate und 5× Payout ist profitabler als eines mit 80% Win Rate und 1,1× Payout.

10. Methodische Limitationen

Wie in Sektion 7 als Überblick dargestellt — hier die vertiefte Analyse der vier offenen Punkte.

1. Statistische Grenzen bei S1 und L2

S1 hat nur 8 Trades, L2 nur 7. Konfidenzintervalle für die Win Rate sind weit. Die guten Crash-Resultate (S1: 100% Win Rate) sind anekdotisch belastbar, aber statistisch nicht zwingend reproduzierbar. Eine andere Markt-Sequenz hätte andere S1/L2-Ergebnisse produziert.

2. Tail-Risk ungetestet

L1- und S1-Stops wurden in 63 Jahren nie ausgelöst. Das ist gleichzeitig das stärkste Authentizitätsargument und ein ungetestetes Worst-Case-Szenario. Ein erstes Auslösen würde ca. 56–61% des eingesetzten Trade-Kapitals kosten. Das System wurde auf diesen Fall parametrisiert, aber nicht gegen ihn getestet.

3. Compounding-Pfadabhängigkeit

Die Reinvest-Zahlen hängen stark an der historischen Reihenfolge der Trades. Ein früher großer Drawdown würde das Endkapital nach 26 Jahren erheblich reduzieren — auch wenn die Edge identisch bleibt. Die DD%-Parameter sind aus der historischen MAE-Verteilung abgeleitet und fest parametrisiert — nicht im Backtest optimiert. Das schützt vor Overfitting der Sizing-Parameter, schützt aber nicht vor ungünstigerer Trade-Reihenfolge in der Zukunft.

11. Nächste Schritte

Alle in diesem Report gezeigten Szenarien lassen sich im Backtester der AVALONPLUS Android-App direkt nachvollziehen — mit eigenen Kapital- und Reinvest-Einstellungen. Nach Marktschluss liefert die App täglich einen EOD-Push mit dem aktuellen Signalstatus (L1 / S1 / L2 aktiv, Position ja/nein).

Die ersten 30 Tage sind kostenlos — EOD-Push und Backtester inklusive. Zur Verlängerung ist ein Abo erforderlich.

Android App
Daten bis 2026-05-08  ·  Live-Trades: 0  ·  Alle Ergebnisse hypothetisch (Backtest) — keine Garantie für zukünftige Performance.